Reich mir die Hand und ich sag dir wie du fährst!

Mit der Aktion "Hand in Hand durchs Land" unterstützen wir Transportbotschafter das Internetforum www.TruckerFreunde.de. Gemeinsam werben wir für mehr Partnerschaft im Straßenverkehr.


Den Hintergrund der Initiative erklärt dir Michael Martini, der Betreiber des Forums:
„Am Steuer eines LKW erlebt man oft andere Verkehrsteilnehmer, die einen nicht leiden können, einfach nur, weil man existiert. Die Menschen wollen die Waren, die der LKW bringt, nicht jedoch den LKW. Dagegen möchten die TruckerFreunde zusammen mit den Transportbotschaftern etwas unternehmen und uns um mehr Akzeptanz für den ungeliebten LKW kümmern.“

Verstehen statt verurteilen!

Mit „Hand in Hand durchs Land“ springen wir nicht auf den Zug der gegenseitigen Schuldzuweisung auf, denn das nährt nur Vorurteile. Stattdessen sprechen wir beide Parteien an und zeigen einfach umsetzbare Möglichkeiten auf, das Verhalten des anderen richtig einzuschätzen und entsprechend zu reagieren. Wie das genau aussieht, steht in der Broschüre, die du hier kostenlos herunterladen kannst.

Ein Video zur Aktion findest du hier.

Du hast Fragen zu "Hand in Hand durchs Land", möchtest uns dabei unterstützen mit unseren Fahrzeug-Aufklebern oder kennst ein Event, das wir besuchen sollen? Dann schick uns eine Mail!

Liebe Kollegin, lieber Kollege

Sei ein Profi – Fahr mit gutem Vorbild voran (oder hinterher)!

Wer mit dem LKW jemand anders schneidet, bedrängt oder ausbremst, gefährdet nicht nur dieses eine Leben. Denn hinter diesem Verkehrs­teil­nehmer fahren möglicherweise noch weitere Fahrzeuge, die ebenfalls bremsen müssen, Fußgänger werden irritiert und zudem fällt ein solches Fehlverhalten auf uns alle zurück und schädigt das Ansehen unseres Berufsstandes nachhaltig.

Wichtigste Grundregel für ein professionelles Verhalten sollte (neben der Straßenverkehrsordnung)
der Grundsatz sein:

Behandele andere genauso, wie du selbst behandelt werden möchtest!

Nur wer sich anderen gegenüber zuvorkommend und rücksichtsvoll verhält, kann das auch vom anderen umgekehrt erwarten. Dabei kann es eine sinnvolle "Investition" sein, selbst mal in Vorlage zu treten, also beispielsweise jemanden vor- oder vorbei zu lassen, von dem man vermutet, dass er oder sie es umgekehrt nicht täte. Erstens muss diese Vermutung ja gar nicht stimmen und zweitens gilt auch hier: Vorbildliches Verhalten wird abgeguckt und führt langfristig zum Umdenken.

Hand in Hand - Mit anderen Verkehrsteilnehmern:

Profi sein heißt auch, mit den Unzulänglichkeiten anderer rechnen! Die Fahrerin oder der Fahrer im PKW vor Dir könnte Fahranfänger sein. Es könnte auch jemand sein, dem Du mit Deinem großen Fahrzeug Angst einjagst, jemand mit schlechter Laune, ohne Ortskenntnisse, mit wenig Erfahrung, in hohem Alter, mit Liebeskummer oder wer auch immer. Natürlich sollten die alle aufpassen im Straßenverkehr, aber Du als Profi kannst auch ein wenig mit für die anderen aufpassen und deren mögliche Fahrfehler gleich mit einkalkulieren.

Hand in Hand - Mit anderen LKW-Fahrern:

Auch unter uns LKW-Fahrern gibt es nicht nur gute sondern auch schlechte Fahrer – beispielsweise die Cowboys und die Hektiker. Wenn Dich so einer mal mit einem Stundenkilometer mehr auf der Uhr ewig lang überholt, dann sei Du doch der Klügere, der nachgibt. Stelle einfach dein Tempomat für ein paar Sekunden etwas runter und das Problem ist für alle zufriedenstellend gelöst. Erziehen kannst Du den armen Rüpel in den wenigen Sekunden sowieso nicht – es ist sinnlos und obendrein gefährlich.

Hand in Hand durch's Land

Wir LKW-Fahrer haben ein schlechtes Image. Das liegt zum Teil an Dingen, die wir nicht zu verantworten haben. Aber wir können unseren Teil dafür beitragen: Es liegt an uns, den toten Winkel zu beachten, nur dann zu überholen, wenn man eindeutig schneller ist, ausreichend Abstand zu halten, rechtzeitig den Blinker zu setzen und jederzeit zu bedenken, dass Du jemandem Angst machen könntest, wenn Du ihr/ihm zu nahe kommst. Es ist Deine Aufgabe, jederzeit den Überblick zu behalten. Das kannst Du jedoch nur, wenn Du Deine Scheiben nicht zuhängst mit unnötigen Dingen wie Troddeln, Wimpel, Namensschilder, Plüschtiere usw.
Die Einhaltung der Bestimmungen zu Ladungssicherung, Lenk- und Ruhezeiten, Fahrverboten und Höchstgewichten dient der Sicherheit aller und damit auch unserem persönlichen Schutz. Keine Ladung und kein Zeitgewinn kann so wichtig sein, dass man gegen diese Bestimmungen verstößt und Leben und Gesundheit aufs Spiel setzt.

Wenn alle Verkehrsteilnehmer aufeinander Rücksicht nehmen und sich partnerschaftlich verhalten, kommen wir alle schneller, sicherer und entspannter an unser jeweiliges Ziel.

Hand in Hand durchs Land
Eure TruckerFreunde und Ihre Transportbotschafter

Liebe Autofahrerin, lieber Autofahrer

Warum braucht der LKW so viel Platz?

Ein LKW ist bis zu 2,55 m breit, 18.5 m lang und 4 m hoch. Gerade in Kurven benötigt ein LKW deshalb wesentlich mehr Platz. Die Situation des LKW-Fahrers ähnelt der einer Person, die eine Tür durch ein Treppenhaus trägt.

Wie schwer sind LKW?

Ein großer LKW hat bereits ein Leergewicht von ca. 16 000 kg, beladen wiegt er ca. 40 000 kg. Das bedeutet: Ein voll beladener LKW bewegt die bis zu 20-fache Masse eines PKW der Oberklasse!

Warum beschleunigen LKW so langsam?

Ein LKW ist dazu da, um Lasten zu transportieren. Jede zusätzlich zu Tonne Ladung verringert die Beschleunigung und erhöht den Kraftstoffverbrauch. Wer seinen Einkauf bis den dritten Stock tragen muss, wird dabei kaum rennen.

Was sieht der LKW-Fahrer im Spiegel?

Ein moderner LKW ist zwar mit mindestens sechs Spiegeln ausgerüstet, aber das schützt immer noch nicht vor den "toten Winkeln". Das gilt besonders für die vordere rechte Seite des LKW.

Bitte fahren Sie deshalb nur mit ausreichendem Abstand vor dem LKW auf die Autobahn. LKW-Fahrer können Sie nur sehen, wenn Sie die Spiegel des LKW sehen. Bitte halten Sie sich zu Ihrer eigenen Sicherheit nicht im "toten Winkel" des LKW auf.

Was sieht ein LKW-Fahrer wenn er rangiert?

Ein LKW-Fahrer ist beim Rückwärtsfahren auf einen Einweiser angewiesen. Nur so kann er gefahrlos rangieren und wir sind immer froh, wenn sich unterwegs jemand bereit erklärt, uns dabei zu helfen. Wenn ein LKW rückwärtsfährt, sieht der Fahrer nur das, was neben seinem Fahrzeug passiert. Bei einer rückwärts gefahrenen Kurve ist die Sicht noch stärker eingeschränkt. Hier muss er sich auf den Einweiser, seine Erfahrung und das vorher Gesehene verlassen. In jedem Fall ist er darauf angewiesen, dass sich niemand an dem LKW vorbei drängelt! Wir können nur an alle appellieren:

Bitte warten Sie, bis der Rangiervorgang beendet ist. Der LKW-Fahrer macht das nicht, um Sie zu ärgern.

Was passiert, wenn ein LKW bremsen muss?

Durch die enorme Masse, die ein LKW bewegt, treten sehr hohe physikalische Kräfte auf. Daher sind die Bremsen des LKW auch wesentlich leistungsstärker. Aber: Selbst wenn die Ladung ausreichend gesichert ist, kann starkes Bremsen das Fahrverhalten des LKW negativ beeinflussen. Deshalb: Wenn Sie vor einem LKW fahren und bremsen, denken Sie bitte daran, dass auch für den LKW genügend Platz zum Abbremsen bleibt.

"Schnell noch an dem LKW vorbei" und danach abbremsen erhört die Gefahr von Auffahrunfällen.

Warum wechseln LKW scheinbar unvermittelt auf die Überholspur?

Im Spiegel sieht der LKW-Fahrer Fahrzeuge erst, wenn sie sich ihm auf ca. 70-100 m genähert haben. In den großen Rückspiegeln wird das tatsächliche Geschehen verfälscht dargestellt. Vielfach wird der Fahrstreifen gewechselt, weil sich der LKW-Fahrer vermeintlich sicher ist, dass die Überholspur frei sei. Deshalb ist es wichtig, dass sich Autofahrer auch in Zonen ohne Tempolimit einer LKW-Kolonne mit verhaltener Geschwindigkeit nähern.

Warum machen sich LKW in Baustellen manchmal noch "breiter"?

In Baustellen sind die Fahrstreifen stark verengt. LKW-Fahrer können nur dann sicher durch die Baustelle fahren, wenn ihnen dafür genug Raum gelassen wird.

Bitte fahren Sie an Baustellen nicht schneller als erlaubt und drängeln Sie sich bitte nicht am LKW vorbei. Es dient Ihrer und unserer Sicherheit.

Wir, die Truckerfreunde und LKW-Fahrer, wünschen uns, dass wir alle auf den Straßen in Deutschland sicherer unterwegs sind. Gegenseitiges Verständnis trägt dazu bei.

Hand in Hand durchs Land
Ihre LKW-Fahrer und Ihre Transportbotschafter


Die TruckerFreunde möchten gemeinsam mit den Transportbotschaftern um mehr Akzeptanz für den ungeliebten LKW werben.

Bericht von: Die Transportbotschafter e.V.

Die Transportbotschafter e.V. mit Unterstützung von

Die TimoCom Soft- und Hardware GmbH versteht sich als Dienstleister des Transportgewerbes.